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22.08.2017 19:34
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Kulturschule an der GRS

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Kulturschule Leipzig besucht Gerhardinger-Realschule

 
 

„Ich bin Sad, lüge und rede gerne.“ Mit diesem Satz schockierte das Theaterstück „Dreck“ nach Robert Schneider schon zu Beginn. Die 219 Schülerinnen der achten und neunten Jahrgangsstufe waren dazu in die Turnhalle der Realschule gekommen. Die Vorstellung fand im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Diesen Titel trägt die Schule bereits seit 2014. Die Mädchen sollten Vorurteile abbauen und einen Einblick gewinnen, wie es vielen Flüchtlingen hier in Deutschland geht.

Das Stück beginnt damit, dass Sad durch die Schülerreihen geht und Rosen verkauft. Die Schülerinnen finden das noch amüsant. Danach erzählt der Araber, dass er Student in Deutschland sei und er gerne wieder zurück in seine Heimat gehen würde. Dort herrschen aber Krieg und Chaos. Er spricht von den „Parkbankleuten“, die nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland wieder aufgebaut haben und die ihm nun sagen, dass er kein Recht habe hier zu sein. Immer mehr Vorurteile bringt Sad vor. Es gipfelt in vielen Aufzählungen. „Wir essen Knoblauch und Zwiebeln, wir putzen keine Zähne, wir sind Verräter, wir nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg und nutzen das Sozialsystem aus.“ Während des Stückes wird Sad immer wütender. Am Ende wechselt er die Perspektive und zeigt, wie die hier lebenden Menschen über ihn denken. Das vorherrschende Gefühl in ihm ist, dass er nichts wert sei und nicht das Recht habe hier zu sein. Am Ende zählt er nochmals alle Klischees auf und verteilt die letzten Rosen. 

Das Theaterstück lebt durch den hervorragenden Schauspieler Alexander Matakas, der es schafft, in sechzig Minuten den Ausländerhass und die Fremdenfeindlichkeit auf eine ganz andere Art und Weise zu beleuchten. Das Motto „Jeder soll individuell sein – aber wehe einer ist anders!“ wurde mit viel Zynismus und Sarkasmus umgesetzt. Am Schluss hatten die Schülerinnen Gelegenheit, Fragen zum Gesehenen und Gehörten zu stellen. Aber auch Matakas brachte die Mädchen vor allem zum Nachdenken, als er z. B. wissen wollte, wo sie hinflüchten würden, wenn in Deutschland Krieg wäre. 

Michaela Fromm

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