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Letzte Änderung
22.06.2017 20:39
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Info-Abend: Drogen


Wer informiert ist, kann sich und andere schützen!
Info-Abend zum Thema „Illegale Drogen und die Lage an der Grenze zu Tschechien“
an der Gerhardinger-Realschule

Die Medien und auch die lokalen Tageszeitungen berichten immer wieder über Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Daher wurde in der 9. Jahrgangsstufe bereits die Projektpräsentation zum Thema Crystal Speed durchgeführt. Da sich die Situation in den grenznahen Gebieten jedoch besorgniserregend entwickelt hat, hat die Gerhardinger-Realschule zusammen mit dem Elternbereit zu einem Infoabend geladen.

Als kompetente Referenten konnten Herr PHK Christian Pongratz und Herr PHM Stefan Breu von der Polizeiinspektion Furth im Wald gewonnen werden. Gemäß der Aussage „Nur wer informiert ist, kann sich und andere schützen“ klärten diese in einem kurzweiligen Vortrag über dieses wichtige Thema auf. Mit erschreckend hohen Zahlen zu Drogendelikten im Landkreis Cham aus dem Jahr 2012 machte Hauptkommissar Pongratz darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Eltern und Lehrer für dieses Thema zu sensibilisieren. So hat die Fahndungsgruppe Furth im Wald 2012 bereits 448 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Anzeige gebracht, was umgelegt bedeutet, dass täglich 1 bis 2 Menschen aus diesem Grund festgenommen werden.

Im weiteren Verlauf des Vortrags stellte sich heraus, dass auf den sogenannten „Vietnamesenmärkten“ in Tschechien alle gängigen Drogen vertrieben werden. Diese Märkte sind vielen Jugendlichen durch Familienausflüge bekannt, daher haben sie keine Scheu, dort einzukaufen. Mittlerweile werden dort Kinder und Jugendliche gezielt angesprochen, ob sie Drogen erwerben möchten. Oft „füttern“ Dealer Jugendliche, die zunächst Cannabis kaufen, an, indem sie ihnen als Gratisbeilage Chrystal mitgeben.

Bei Crystal handelt es sich um hochreines kristallförmiges Methamphetamin, das in illegalen Laboren hergestellt wird, und meist bereits nach dem ersten Konsum zur Abhängigkeit führt. Die Kristalle sind weiß bis gelb und etwas größer als Zuckerkristalle. Ursprünglich wurde diese Droge während des Zweiten Weltkriegs entwickelt, um die Aufmerksamkeit von Soldaten zu erhöhen und deren Schmerzempfindlichkeit zu senken.

Die Referenten betonten, dass die schnelle Abhängigkeit das Hauptproblem sei, da ein schwacher Moment reiche, um ein Leben zu verpfuschen. Neben den psychischen Schäden, die die Droge auslöst, wurde auch auf die physischen Langzeitschäden wie Haarausfall, Schädigung der Blutgefäße und der inneren Organe, starken Gewichtsverlust, Ausfallen der Zähne und Hautentzündungen hingewiesen. Die Further Polizeibeamten berichteten aus ihrer Berufspraxis, dass ihnen bereits 13- bzw. 14-jährige Crystalkonsumenten bekannt sind.

Weiterhin erklärten sie, dass es Crystalabhängige in allen sozialen Schichten gibt. Das Ziel von Schule und Elternhaus muss es daher sein, die Kinder so weit aufzuklären, dass sie im entscheidenden Moment den Mut haben „Nein“ zu sagen. Daher appellierten die Beamten an die anwesenden Eltern und Lehrer, auf Warnsignale zu achten. Diese sind ein plötzliches Absinken der Schulleistungen, unerklärlicher Geldmangel, der ständige Wechsel der Freunde, der Rückzug in die totale Isolation und die Aufgabe bisheriger Interessen.

Verena Lurz