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19.11.2017 18:11
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London 2010

Londonfahrt der Gerhardinger Mädchen wieder ein großes Ereignis

Auch in diesem Jahr brachen wieder fast 100 Mädels der 9. Klassen der Gerhardinger-Realschule in Cham, zusammen mit neun Begleitern, zur traditionellen Pfingstreise nach London auf.

Nach Jahren der „Theorie“ hieß es endlich - und viele hatten sich lange darauf gefreut - Anwendung  des Erlernten vor Ort, quasi in der Hauptstadt dieser Fremdsprache. Der pädagogische Effekt liegt gewissermaßen darin, dass man sofort Erfolgserlebnisse verzeichnen kann, z. B.  beim Weg erfragen, die richtigen „Tickets“ für die U-Bahn kaufen und damit auch ans Ziel gelangen, sich mit Einheimischen im Hotel, in Museen oder in Geschäften unterhalten usw... Und alle kamen damit gut zurecht - nun begriff so manche, was es heißt, wenn man sagt, dass man fürs Leben und nicht nur für die Schule lernt. Außerdem konnte man all die Gebäude und Lokalitäten aus den Englischbüchern einmal hautnah besichtigen, wie etwa die beeindruckende „Tower Bridge“, das Riesenrad „Millenium Wheel“, das Shakespeare Theater „The Golden Globe“, den Turm von „Big Ben“, „Covent Garden“ usw… Trotz der kurzen Zeit gab es dazu reichlich Gelegenheit, zumindest für diejenigen, denen die dreistündige Stadtrundfahrt im Programm noch nicht genügte. Zu alledem ließ sich das berüchtigte britische Wetter auch nur einmal kurz in Form von Nieselregen blicken, aber da saßen alle gerade im Bus nach „Hampton Court Castle“.

Als wir die riesige Schlossanlage erreicht hatten, schien wieder die Sonne, wie meistens bei dieser Reise. „Hampton Court“ war zweifelsohne das „Highlight“ der diesjährigen Reise. Hier wohnte einst der berüchtigte König Heinrich VIII., den man auch als „Monsterkönig“ bezeichnete.  Man konnte durch dieselben prunkvollen und mehrere Stockwerk hohen Räume schlendern, wie einst seine sechs Frauen, von denen er zwei hinrichten ließ. Eine davon soll noch immer in einem der Räume spuken. Aber auch seine Küchenanlage, in der einst die üppigen Speisen für den König zubereitet wurden, war beeindruckend. Ein ganzer Trakt des Schlosses war dafür eingerichtet, nicht verwunderlich, wenn man weiß wie fettleibig Heinrich als älterer Mann war und dann auch äußerlich wie ein Monster wirkte.  Die Räume waren mit den kostbarsten Wandteppichen und Gemälden ausgestattet und die Parkanlage mit eigenem See so riesig, dass man als Besucher sogar mit der Pferdekutsche nicht überall hinkam. Aber das berühmte Heckenlabyrinth, aus dem man erst wieder herauskommt, wenn man die Mitte erreicht und dort einen Aufkleber erhalten hat, ließen sich die Mädels nicht entgehen - und keine blieb für immer darin verschollen.

Die fünf Tage in London vergingen wie im Flug angesichts des weiteren dichtgedrängten Programms. Bei Madame Tussaud’s konnte man sich mit seinen Lieblingsstars fotografieren lassen, in Greenwich auf dem „Nullmeridian“ herumhüpfen,

bei der Bootsfahrt auf der Themse die Tower Bridge von unten betrachten, im britischen Museum echte ägyptische Mumien, ja sogar von Hauskatzen, bestaunen. Im naturhistorischen Museum gab es riesige Dinosaurierskelette, die man manchmal auch als Filmkulissen bewundern kann. Erstaunlich viele Schülerinnen interessierten sich auch für moderne Kunst und begleiteten die Betreuer ins „Tate Modern“ oder in die „National Gallery“.

Das zweite „Highlight“ war natürlich wieder der Besuch eines Musicals. Die meisten hatten „Lion King“ gebucht und es nicht bereut, aber auch die andere Gruppe, die „We will rock you“ besuchte, war im Nachhinein mehr als begeistert.

Was wäre London für die Mädels, wenn sie dort nicht auch zum „Shoppen“ gehen dürften und so schwärmten sie in ihrer freien Zeit aus, um die Oxford Street zu erkunden, das Hard Rock Cafe anzusteuern oder einfach in „Camden Town“ oder „Covent Garden“ herumzuschlendern. Manche schafften es auch ins „Harrods“ vorzudringen, um dort den reicheren Leuten beim Einkaufen zuzusehen. So war es nicht verwunderlich, dass einige nach all der Anstrengung sich auch manchmal ganz einfach in den Hyde Park zurückzogen, um sich dort zwischenzeitlich zu erholen.

Trotz der langen und anstrengenden Fahrt mit dem Bus und der Fähre haben die meisten der Mädchen wohl nicht bereut, die erste Woche ihrer Pfingstferien für diese Reise „geopfert“ zu haben.

Robert Huber